Dieser Netflix-Fehler treibt uns schon lange in den Wahnsinn – jetzt belegt eine Studie, wie schädlich er ist

Ihr seid Fans von Blockbuster-Serien wie Wednesday oder Bridgerton? Dann habt ihr hoffentlich ein übermenschliches Elefantengedächtnis, denn zwischen den Netflix-Staffeln liegen oft ein bis zwei Jahre oder länger, in denen Charaktere und Storylines schnell in Vergessenheit geraten. Besonders dann, wenn es sich um aufwendige Genreproduktionen mit Spezialeffekten handelt, wird die Wartezeit lang, wie zuletzt bei Stranger Things zu sehen war.
Was Fans und Netflix-Abonnent:innen schon lange um den Verstand bringt, untersuchte auch eine frisch veröffentlichte Studie von Luminate Intelligence . Sie belegt: Das lange Warten ist nicht nur nervig, sondern ein echtes Problem für das Streaming-Business.
Neue Netflix-Studie belegt: 1,5 Jahren Wartezeit zwischen den Staffeln ist zu lang
Wie die Luminate-Analyse aufzeigt, wird es spätestens ab anderthalb Jahren zwischen Netflix-Seasons brenzlig, was das Halten von Zuschauer:innen angeht.
Lange Pausen zwischen den Staffeln sind für Streaming-Dienste schon lange ein ständiger Kopfschmerz, da jährliche Premieren, wie sie früher selbst bei Blockbuster-Kabelserien wie Game of Thrones üblich waren, heute keine Standardpraxis mehr sind. Und obwohl Megahits wie Stranger Things nach mehrjährigen Pausen immer noch ein riesiges Publikum zurückgewinnen können, führt eine lange Unterbrechung (mehr als 1,5 Jahre) bei Streaming-Serien in der Regel zu einem geringeren Zuschauerinteresse, zumindest auf dem US-Markt.
Selbst eine Generationenserie wie Stranger Things verlor nach der unglaublichen Wartezeit von 3,5 Jahren (!) zwischen den Staffeln 4 und 5 fast ein Viertel ihrer Zuschauerschaft. Und das, obwohl es sich um das große Finale handelte.
Die durchschnittlichen Zuschauerzahlen gingen bei allen Titeln eines Ausschnitts aktueller Hits zurück – sogar bei Stranger Things, das in der letzten Staffel um fast 25 % eingebrochen ist.
Hier ein paar Beispiele mit Wartezeiten von über zwei Jahren aus der Studie:
- Stranger Things (3,5 Jahre zwischen Staffel 4 und 5): Minus 23 Prozent
- Wednesday (2,75 Jahre zwischen Staffel 1 und 2): Minus 59 Prozent
- Ginny & Georgia (2,5 Jahre zwischen Staffel 2 und 3): Minus 19 Prozent
- Bridgerton (2 Jahre zwischen Staffel 2 und 3): Minus 7 Prozent (danach -20)
Wie What's on Netflix ganz richtig kommentiert, ist dies kein exklusives Netflix-Problem. Ein Blick rüber zu Amazon Prime Video zeigt, dass auch deren große Genreserie Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht nach zweijähriger Wartezeit auf Staffel 2 ein sattes Minus von 57 Prozent in den Abrufen zu verzeichnen hatte. Nur lässt sich eine lange Postproduktion bei Fantasy- und Sci-Fi-Serien, die mittlerweile mit Filmen konkurrieren wollen, oder Hollywood-Stars mit vollem Terminkalender im Cast haben, wohl kaum verhindern. Noch mal aus der Studie:
Streaming-Dienste haben zweifellos ein großes Interesse daran, den Rhythmus zwischen den Staffeln von Hits zu beschleunigen, aber das tatsächlich umzusetzen, ist alles andere als einfach, vor allem, wenn umfangreiche Nachbearbeitung notwendig ist.
Ihr wollt noch tiefer in das Thema einsteigen? Das trifft sich gut, denn zufälligerweise haben wir neulich erst eine Streamgestöber-Folge über das Staffel-2-Problem von Netflix und Co. für euch aufgenommen:
Podcast: Netflix hat ein großes Problem mit zweiten Staffeln
Während Netflix' Abo-Zahlen steigen, büßt der Streamer bei seinen zweiten Staffeln überraschend Zuschauende ein. Wir erklären euch das Phänomen des Somophore Slump und schauen auf die Gründe.
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Ist Netflix selbst daran Schuld, dass das Publikum bei Staffel 2 von Serien wie Avatar: Herr der Elemente, The Night Agent oder Beef nicht mehr einschaltet? Lange Wartezeiten, ein Überangebot neuer Titel und das Binge-Modell führen dazu, dass kaum noch jemand "Hausaufgaben" machen will. Absetzungen und Miniserien sind die Folge. Nur was bedeutet dieser Trend für die Zukunft?


